So reagieren Männer & Frauen auf Stress

Studie zum Thema Stress bei Männern und Frauen

Im Februar 2017 wurde eine Studie der Uni Tübingen, geleitet von der Psychologin Birgit Derntl, zum Thema Stress bei Männern und Frauen veröffentlicht. Die Testpersonen wurden unterschiedlichen Stresssituationen ausgesetzt. So möchte die Uni herausfinden, wie sich diese auf das Verhalten der Männer und Frauen sowie die Vorgänge im Gehirn und die Hormone auswirkten.

Die Resultate der Studie zeigen ein sehr spannendes Bild. Obwohl Männer und Frauen angaben, gleichermaßen gestresst zu sein, zeigten die Ergebnisse der Hormonausschüttung andere Ergebnisse. Denn das Hormon Kortisol stieg nur bei Männern an. Das wiederum lässt vermuten, dass Stress nicht immer mit erhöhten Kortisolwerten verbunden sein muss. Neben den Hormonen wurde auch das Selbstbewusstsein einer Person als Einflussfaktor identifiziert.

Info: Kortisol (oder auch cortisol) ist ein Stresshormon, das den Körper vor negativen Folgen von Stress schützt.

 

Sind Männer gestresster?

Derntl stellt dabei zwei Thesen auf. Männer reagieren in Stresssituationen eher mit Kampf oder Flucht (fight-or-flight). Wohingegen Frauen versuchen sich an die Situation anzupassen und anzufreunden (tend-and-befriend). Dennoch kann man bisher noch keine eindeutige Unterscheidung zwischen den Geschlechtern treffen, weil beispielsweise das Stressempfinden von Männern und Frauen subjektiv wahrgenommen wird.

 

Publikation: Chung KCSpringer I., Kogler L. et al.: The influence of androstatienone during psychosocial stress is modulated by gender, trait anxiety and subjective stress: An fMRI Study. Psychoneuroendocrinology (2016). Jun;68:126-39. doi: 10.1016/j.psyneuen.2016.02.026

 

Kategorie: Studium