Apps als Hilfe gegen Stress

Stressmanagement ist eine Fähigkeit, die gelernt sein will. Ob es der übliche Alltagsstress oder harte Deadlines sind, der Effekt von Stress auf unsere Produktivität und viel wichtiger, auf unsere Gesundheit, ist enorm. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich helfen (lassen) kann. Beratung, Massagen und Sport sind altbewährte Mittel gegen belastenden Stress. Eine weitere Hilfe, wenn auch unüblichere Methode direkt aus unserer (Hosen-)Tasche: das Smartphone.

Der Allgegenwärtigkeit des Smartphones haben wir zwar viel Stress zu verdanken, aber das Smartphone kann auch ein Tool sein, das, wenn es richtig eingesetzt wird, beim Stressmanagement und -abbau helfen kann. Gesundheits-Apps sind ein stark wachsender Trend und so haben wir uns im Team zusammengesetzt und vier der bekannteren Entspannungs-Anwendungen getestet.

Hier verraten wir euch die Ergebnisse:


Breathe

Wir atmen, ohne darüber nachzudenken. Unbewusst nehmen wir einen Atemzug nach dem anderen und verschwenden keinen Gedanken an die Tätigkeit selbst. Mit Breathe soll sich das ändern: diese App soll unser Bewusstsein für die richtige Atmung erweitern bzw. schärfen. Für Anfänger gut geeignet bietet sie Entspannung für Körper und Geist. Mit kurzen Entspannungseinheiten wird der User durch eine männlich oder alternativ weibliche Stimme durch die Meditationseinheit geführt. Dabei sind die Meditationseinheiten sehr kurz gehalten und lassen sich mühelos in den Alltag integrieren.

Pluspunkte: Check-Ins vor und nach der Meditation, bei denen man seine Stimmung angibt – gut für die eigene Selbstreflexion!
Minuspunkte: Leider sind viele der Meditationseinheiten nur in der kostspieligen Premiumversion erhältlich.

Link zur App: iOS, android


Pacifica

Die Features in Pacifica beruhen auf Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie und Meditation.

Die App soll Leuten mit Angststörungen helfen diese zu lindern. Mit der Erkennung von Verhaltensmuster sollen diese geändert beziehungsweise zu Gunsten des Users angepasst werden. So kann man das eigene Training, Mahlzeiten, Zeit mit der Familie und andere voreingestellte oder selbst eingestellte Verhaltensmuster tracken. Auch die Stimmung kann in einem 3-stufigen Prozess getrackt werden: zuerst gibt man seine allgemeine Stimmung an einem Stimmungsrad von „ausgezeichnet“ bis „schlecht“ an, dann kann man optional anhand von Tags stimmungsbeschreibende Wörter aussuchen und in einem dritten Schritt einen Text dazu verfassen. Abhängig von Zeit und Muße kann man einen oder auch alle 3 Schritte ausfüllen.
Auch kurze Meditationseinheiten finden sich in dieser App – in einem separaten Tab und somit gut im Interface untergebracht, sodass dieses nicht zu überladen wirkt.

Pluspunkte: Eine seriöse App, die bei Angststörungen und Depressionen unterstützten kann – mit einer professionellen Version für Therapeuten.
Minuspunkte: Leider recht teuer.

Link zur App: iOS, android

 

Headspace

„Eine Fitnesscenter-Mitgliedschaft für das Gehirn“ – das ist das Gefühl, das von Headspace vermittelt werden will. Der spielerische Charakter der App liegt im Vordergrund. Man kann persönliche Statistiken aufrufen und Freundschaftslisten erstellen. Die Funktion „Series“ lässt alle Meditationen perlschnurartig aufgelistet aufscheinen – so sieht man, welche Einheiten man bereits absolviert hat und auf welcher Ebene man sich befindet. Dabei variiert die Länge der Meditationseinheiten von wenigen Minuten bis zu einer Stunde. Das Interface der App ist sehr elegant gestaltet, man kann erkennen, dass es sich hierbei um ein High-End Produkt handelt.

Pluspunkte: Eine sehr schön gestaltete App.
Minuspunkte: Leider sehr teure Pro-Version. Nur auf Englisch erhältlich.

Link zur App: iOS, android

 

Buddhify

Buddhify ist eine klassische Meditations-App, welche durch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen bei der Produktivitätssteigerung helfen soll. Das Hauptaugenmerkt liegt auf der Integration von Meditationsübungen in den Alltag. So gibt man seine momentane Tätigkeit ein und kann dann anhand des bunt gestalteten Rads eine der 80 Meditationen auswählen. Die App überzeugt durch ein freundliches und buntes Interface und einem lebhaften und gut überlegten Community-Bereich.

Pluspunkte: Durchdachte und übersichtliche Statistiken. Nicht allzu teuer
Minuspunkte: Leider nur auf Englisch erhältlich.

Link zur App: iOS, android

 

Fazit

Die vier sehr unterschiedlichen Apps bieten in ihrer Diversität jedem Nutzer etwas. Ob eine schnelle Meditationsrunde zwischendurch für den gestressten Stadtnomaden oder für jene, die sich aufgrund von Belastungserscheinungen intensiver damit beschäftigen – viele der erforderlichen Bedürfnisse werden abgedeckt. In unserem Team haben wir nach kurzem Testen feststellen können, dass die ausgesuchten Apps alle bei der kurzfristigen Entspannung helfen können. Wie sich die tägliche Verwendung auf lange Sicht auswirkt, ist noch abzuwarten.

Wichtig ist allerdings: unsere Gesundheit, geistige und körperliche, ist unser größtes Gut. Apps können uns dabei zwar unterstützen, sie sind aber kein Ersatz für Interaktion mit einer geschulten Person oder medizinische Betreuung. Auch sind Entspannungs-Apps, obwohl auf unser Wohlbefinden ausgelegt, noch immer auf dem Bildschirm – vor dem wir ja nicht zu viel unserer Zeit verbringen sollten. Wie bereits Paracelsus sage: „Allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“ Das sollte man sich auch bei der Verwendung von Smartphones ab und zu vor Augen halten.

Wir empfehlen, als Ausgleich zu den helfenden Online-Programmen, mit easyrelax auch offline ein tägliches Ritual zu etablieren, um Entspannung, Gelassenheit und Ausgeglichenheit zu fördern.

Kategorie: Allgemein