Grenzen setzen – gegen Stress.

Grenzen zu kennen, sie zu setzen und auch auszutesten spielt vom Kindesalter an eine wichtige Rolle in der Charakterbildung eines jeden Menschen. Auch für die geistige Gesundheit und das generelle Wohlbefinden ist das Kennenlernen und Durchsetzen von Grenzen essentiell – wer „Nein“ sagen kann, spart sich in seinem Alltag  viele Situationen, die einen wertvolle Zeit kosten. Zeit, die man für sich selbst und zur Entschleunigung des Alltags nutzen kann.

Wie man das gesunde Grenzen setzen und das damit verbundene Zeitmanagement lernt, zeigen wir hier.

 

Was sind persönliche Grenzen und welche Rolle spielt die Erziehung dabei?

Persönliche Grenzen setzen zu können heißt „Nein“ sagen zu können. „Nein“ zu einem Abendessen, auf das man eigentlich keine Lust hat, „nein“ zu einem Shopping-Trip, wenn man lieber auf der Couch liegen und ein gutes Buch lesen würde und „nein“ zu der einen zusätzlichen Anforderung unseres Chefs, die gerade kurz vor Dienstschluss kommt. Es bedeutet, klar und deutlich für sich und seine Bedürfnisse einzustehen.

Abhängig von unseren diversen Lebenserfahrungen und unserer Erziehung fällt das manchen von uns leichter als anderen. Wer einen Elternteil oder eine andere Bezugsperson hatte, die Probleme damit hatten, Grenzen zu setzen und damit eine Vorbildrolle zu übernehmen, kann sich im Erwachsenenalter oft selbst damit schwertun. So muss, statt im Kindesalter, später „nachgelernt“ werden, wann und wie man Grenzen setzt.

 

Der erste Schritt zum richtigen Grenzen setzen – in uns hineinhören!

Um effektiv „Nein“ sagen zu können, muss man zuallererst wissen, was man überhaupt fühlt. Im Alltag wird das altbekannte Bauchgefühl, welches uns meist richtig sagt was wir brauchen, oft überhört. Stattdessen legen wir gedankliche Pro/Contra-Listen an, die auf Fakten und nicht auf unserer momentanen Gemütslage basieren. Deshalb gilt: bevor man eine Entscheidung trifft, einen Moment innehalten und in sich hineinhören, wie sich die Entscheidung „anfühlt“ und dann dementsprechend handeln. Wer sich schwer tut, den Draht zu seinem Inneren aufzubauen, kann dies mit kurzen Meditationseinheiten trainieren. Dazu gibt es im Internet, zum Beispiel auf Youtube, viele Tipps.

 

Schritt 2: Klar sagen, was Sache ist!

Sobald du weißt, was du willst und was du nicht willst, wird es Zeit, dies auch zu kommunizieren. Grenzen sind keine Grenzen, wenn niemand sie kennt. Doch wie macht man das am besten? Hier eine Liste von Tipps, die als Leitfaden helfen können.

  • Kontext: Erkläre, warum du einen bestimmten Wunsch hast und etwas möchtest (oder nicht möchtest) – so kann der Gesprächspartner verstehen, welche Beweggründe hinter deiner Entscheidung stehen.
  • Präzise Formulierungen: die sind wichtig, um Fehlinterpretation zu vermeiden.
  • „Ich“-Botschaften: da du über deine Gefühle, Meinungen und Positionen sprichst, ist es wichtig, Präsenz zu zeigen und dich nicht zu verstecken, deshalb: nicht ins Passiv rutschen – von einem „der Geschirrspüler sollte vielleicht ausgeräumt werden“ ist noch selten wirklich etwas passiert.
  • Stimmige Körpersprache: aufrecht stehen, nicht kleinmachen, Beine fest in den Boden und nicht abwenden – Standhaftigkeit ausstrahlen! Und vor allem: nicht aus Höflichkeit lächeln, wenn du wütend bist.
  • Tonfall: je ruhiger du innerlich bist, desto kräftiger und überzeugter die Stimme.
  • Richtiger Zeitpunkt: schwierige Gespräche brauchen einen angemessenen Rahmen. „Tür-und-Angel“ Gespräche können dem Gespräch an Wichtigkeit nehmen.

 

Natürlich handelt es sich bei diesen Empfehlungen nur um Anhaltspunkte, nur das Hineinhören in uns selbst ist  der Grundstein für richtige Kommunikation.
Durch gesunde Grenzen wirst du vor unberechtigten Erwartung und Forderungen geschützt und das respektvolle Verteidigen der eigenen Bedürfnisse wird dir den Alltag erleichtern und das eigene Zeitmanagement verbessern. So kannst Du selbst mehr Verantwortung für dein Wohlergehen und deine Gesundheit übernehmen.

Kategorie: Allgemein